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Das Igeljahr - was ist gerade in unseren Gärten los und was kann jeder tun?


Herbst - Vorbereitung für den Winterschlaf, Zunehmen und Überleben


Der Herbst steht im Zeichen der Vorbereitung für den Winterschlaf.
Naturnahe Gärten sind dafür besonders wichtig und gleichzeitig der beste Igelschutz.
Wer seinen Garten jetzt winterfest macht, kann dem Igel also Gutes tun, indem Laub sowie Grün-, Baum und Heckenschnitt in einer Gartenecke, unter Hecken und Bäumen, liegen bleibt oder angehäuft wird. Um Igel vor Verletzungen und Vergiftungen zu schützen, sind zudem Gifte und Mähroboter sowie Laubsauger im Garten natürlich tabu. Mit dem Laub werden darin lebende Würmer, Spinnen oder Asseln eingesaugt, gehäckselt und getötet. Dies beeinträchtigt die Bodenbiologie beträchtlich und Kleinsäuger, wie der Igel, finden weniger Nahrung. Besser ist es, das Laub zusammenzufegen und einen Haufen anzulegen, damit es dort verrotten kann und Kleinstlebewesen sich weiterhin darin verstecken können.

Im Herbst brauchen Igel oft Hilfe, da sie ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anfuttern und ein geeignetes Winterquartier finden müssen. Bieten Sie ihnen Naß- oder Trockenfutter an, Zufütterung ist in dieser Jahreszeit erwünscht. Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten durch Laub-, Reisig- oder Komposthaufen sowie Igelhäuser. Letztere kann man selbst bauen oder auf den Handel zurückgreifen. Die Igelhäuser von Neudorff (Link zu Amazon) eignen sich durch Größe und Aufteilung gut und werden oft angenommen, der Igel sucht sich seine "Polsterung" im Garten selbst und nistet sich mit Laub u.ä. ein. Natürlich kann man ihm Laub, Moos, ggf. Stroh in die Nähe legen, um es ihm zu erleichtern. Der Standort sollte wind- und regengeschützt sein, Staunässe sollte ausgeschlossen sein.
Die Männchen legen sich früher Schlafen, haben sie doch mit der Jungen-Aufzucht nichts zu tun. Die Weibchen sind noch deutlich länger unterwegs und suchen sich nach der Aufzucht des Nachswuchses, was bis in den Oktober hineindauern kann, erst ihr Winterquartier.

Um gut vorbereitet die kalte Jahreszeit zu überstehen, müssen Igel sich genügend Gewicht anfressen, doch schon etwa ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot knapper, bei schlechtem Wetter auch schon früher. Natur- und damit igelfreundliche Gärten sind dabei die beste grundlegende Hilfe für das Stacheltier, das Zufüttern erleichtert ihnen zusätzlich das Anfressen ihrer Winterreserven.

Spätestens bei anhaltendem, nächtlichem Bodenfrost suchen Igel ihr Winterquartier auf.
Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen. Jungigel, die ab Oktober durch Hunger und den nahenden Winter gezwungen sind auch am Tag nach Futter zu suchen, sollte man unbedingt helfen, indem man ihnen im igelsicheren Garten einen trockenen Unterschlupf anbietet und sie zufüttert. Vorraussetzung dafür ist, dass sie bereits selbstständig und gesund sind - Zähne müssen vorhanden sein, Alter ist ca. 6-7 Wochen, Gewicht meist bei 250-350g).
Nicht wenige verspätete Jungigel sind aber bei entsprechend milder Witterung noch bis weit in den November hinein, auch tagsüber auf Nahrungssuche, da sie noch weitere Fettreserven benötigen, um den Winterschlaf zu überstehen. Denn gut die Hälfte der Igel wird erst im August geboren, ein Viertel erst im September. Nach nur sechs Wochen müssen die Jungtiere schon alleine klarkommen. Beeindruckend ist die Gewichtszunahme der Igel in diesem Zeitraum: Ihre knapp 20 Gramm Geburtsgewicht verzehnfachen sie locker in den sechs Wochen Familienzeit. Danach geht es mit erstaunlichen 50 Gramm pro Woche weiter, wenn denn der Lebensraum genügend Nahrung bietet (Quelle: nabu NRW, nabu Odenwaldkreis).
  
Ohne Zufütterung würden Jungigel die Anfang/Mitte Oktober mit diesem Gewicht von 250-350g unterwegs sind, das erforderliche Winterschlafgewicht nicht mehr erlangen und eingehen. Dazu zählen auch Jungtiere, die im November noch deutlich unter 500 Gramm wiegen. Soviel sollte ein in diesem Jahr geborener Igel wenigstens Anfang November auf die Waage bringen, um den ersten Winterschlaf aus eigener Kraft zu überstehen, besser noch 600-700g. Es gilt also, nur Igel in Obhut zu nehmen und sachgemäß zu pflegen, die tatsächlich hilfsbedürftig sind, und sie so bald wie möglich wieder in die Natur zu entlassen.