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I wie Igelfreundlicher Garten

Durchgang zu anderen Gärten ermöglichen:

Ein Garten muss für die Igel leicht zugänglich sein und ihnen die Möglichkeit geben ihn zu verlassen. Sie haben große Reviere, weshalb die Durchgänge zu Nachbargrundstücken oder angrenzenden Grünflächen gebraucht werden. Jägerzäune, Zäune mit genügend Bodenabstand und ausreichend großen Öffnungen in Maschendraht- oder Gitterstabzäunen sind Grundvoraussetzungen. Sollten solche Durchgänge nicht vorhanden sein, kann man leicht ein Schlupfloch von ca. 13cm x 13cm anbringen.  Auch Stütz- und Gartenmauern sollten Durchschlüpfe oder Umgehungsmöglichkeiten z.B. eine Rampe, erhalten.

naturnahe Strukturen schaffen:

Der eigene Garten sowie die Nachbargärten und auch die weitere Umgebung sollten mit vielen Büschen, Bäumen, Hecken und natürlicher Wiese versehen sein. Ideal sind Hecken mit heimischen Gehölzen wie Hasel, Wildrose, Liguster, Holunder etc. Dornen bieten Schutz, Blüten ziehen Insekten an und am Boden sammelt sich Laub für den Nestbau. Damit Igel satt werden, brauchen sie einen insektenreichen Garten.
Vielfalt schaffen: Staudenbeete bieten Nahrung für Insekten und Raupen, ebenso Blühpflanzen. Bietet man Insekten - Nisthilfen, z.B. aus Holz, Ziegelsteinen, Sandflächen, Trockensteinmauern usw. an, bietet dies vielen Insekten, die die Grundlage der Ernährung des Igels bilden, ein Versteck.

natürliche Versteckmöglichkeiten anbieten:

Igel brauchen geschützte Plätze zum Tagesschlaf, zum Nisten und zum Überwintern.
  • Wilde Ecken: Lässt man ein Stück Garten unbearbeitet liegen und wachsen, was kommt, stellt das für Insekten, Vögel und Kleinsäuger Schutz und Nahrung zugleich dar.
  • Totholz- und Steinhaufen: Bieten sichere Rückzugsorte in den entstandenen Hohlräumen.
  • Blätter- und Asthaufen: Wenn man im Herbst das Laub in eine Ecke recht, dazwischen Äste einschiebt, damit sich das Laub nicht zu sehr setzt und oben nochmals mit Ästen abdichtet, dass es nicht hineinregnet, schaffen man mit wenig Arbeit ein perfektes Winterquartier.
  • Komposthaufen: Sind Nahrungsquellen und bieten Unterschlupf.
  • Igelhäuser: Naturnahe Gartengestaltung ist die beste Igelhilfe. Zusätzlich kann man den Igeln im Garten auch künstliche Unterschlupfmöglichkeiten anbieten, als Nistplätze, als Winterschlaf- oder Futterhäuser. Igelhäuser kann man selbst bauen oder käuflich erwerben.

Wasserstellen und Futterplätze:

  • Wasser ist für jedes Lebewesen zum Überleben notwendig. Man kann flache Wasserschalen, die täglich neu gefüllt werden, eventuell mit einem Stein in der Mitte beschwert, aufstellen. Dies ist vor allem im Sommer wichtig und schützt die Igel und andere Tiere vor Dehydrierung. Gartenteiche mit flachen Uferzonen sind die natürliche Variante.
  • Durch die rechtzeitige Einrichtung  einer Futterstelle erübrigt sich es oft, untergewichtige Igel in menschliche Obhut zu nehmen. Wie ein Futterhaus beschaffen sein sollte, was gefüttert  und wie es hygienisch sauber gehalten wird, erfährt man in unserem Artikel  Z wie Zufütterung.
    Mittlerweile wird die ganzjährige Zufütterung propagiert, gemeint ist die Aktivphase des Igels. Wenn es friert und schneit, muss die Zufütterung beendet werden, denn Nahrungsmangel ist einer der Auslöser für den Winterschlaf.

Auf Chemie im Garten verzichten:

Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter töten Insekten. Diese sind Igelnahrung. Wenn sogenannte "Schädlinge" überhand nehmen sollten sie nur mit ökologisch verträglichen Mitteln bekämpft werden. Statt Kunstdünger verwenden man lieber natürliche Dünger. Komposterde, Rindenmulch, Gesteinsmehl erfüllen den gleichen Zweck und schaden keinem Tier.

Gefahren für Igel vermeiden:

  • Auf einen Mähroboter verzichten oder ihn nur tagsüber benutzen.
  • Vor der Benutzung einer Motorsense oder eines Freischneiders sollten man sicherstellen, dass sich in dem Bereich, in dem die Arbeiten durchgeführt werden, kein Tier versteckt.
  • Nach getaner Gartenarbeit sollten Gartenhäuser, Geräteschuppen etc. kontrolliert werden, bevor die Türen geschlossen werden, damit dort kein Tier eingesperrt wird.
  • Gelbe Säcke so deponieren, dass sich kein Tier Zugang in diesen verschaffen kann.
  • Teiche, Pools und andere Wasserstellen durch Ausstiegsmöglichkeiten absichern.
  • Kellerschächte und Gruben bitte abdecken, damit niemand hineinfallen kann.
  • Bei außenliegenden Kellertreppen kann man mit Ziegelsteinen oder Holzklötzen den Höhenunterschied überwindbar machen.
  • Vogelabwehrnetze sichern, damit sich kein Igel darin verfängt.

Weitere Infos zum igelfreundlichen Garten findet man z.B. bei pro-igel.de, www.igelfreunde-fuer-ganz-oesterreich-ev.at, Igelfreunde Stuttgart und www.biogartenliving.de (sl)