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Acht kleine Waisenigel auf dem Weg in die Freiheit

Vor einigen Jahren fand ich im Winter einen kleinen Igel in meinem Garten, der dringend Hilfe brauchte. So kam ich zur Igelhilfe - und seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los. Immer wieder habe ich Igel zur Pflege, zum Überwintern und zum späteren Auswildern bei mir. Doch vor 2 Jahren war etwas ganz Besonderes: Gleich acht kleine Igelbabys fanden ihren Weg zu mir. Ein Dorfbewohner brachte sie vorbei - ihre Mutter war leider im Pool ertrunken. Deshalb gleich mein erster Tipp: Bitte immer eine Ausstiegshilfe in Pools legen, damit Tiere, die hineinfallen, sich selbst retten können.
Die Kleinen wogen gerade einmal 100 g, konnten aber schon selbstständig fressen. Wären sie jünger gewesen, hätten sie speziellen Milchersatz gebraucht. Zuerst haben wir sie untersucht - auf Verletzungen, Zecken und ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Dann richteten wir aus Schachteln einen Auslauf und ein gemütliches Nest ein. Ganz wichtig: Keller oder Garage sind für Igel nicht geeignet - die Kleinen brauchen Wärme. Unsere wärmste "Geheimwaffe" war eine handwarme Wärmflasche, auf der sie sich gerne zusammenkuschelten. Das Nest füllten wir mit zerrissenem Zeitungspapier und Handtüchern. Zweimal täglich hieß es sauber machen - denn Igelkinder können echte Dreckspatzen sein
Gefüttert wurde ein fein pürierter Fleischbrei, bestehend aus hochwertigem Katzennassfutter mit hohem Fleischanteil und Anis-Fenchel-Kümmel-Tee, dazu immer frisches Wasser. Nach dem Fressen sah der Auslauf regelmäßig wie ein Schlachtfeld aus - aber das gehörte dazu. Wir wogen die Kleinen jeden Tag zur gleichen Zeit, um ihre Fortschritte zu verfolgen. Schon bald hatten sie 400 g erreicht und fraßen zuverlässig. Zeit für den nächsten
Schritt: Das Freigehege im Garten. Dort lernten sie die Gerüche der Natur kennen und schnupperten wild durcheinander.



Als sie etwa 600-700 g wogen, war es soweit: Auswilderung! Glücklicherweise noch im frühen Herbst, sodass sie sich selbst ein schönes Winterquartier suchen konnten. Da Igel Einzelgänger sind, kam jeder der acht in einen eigenen Garten. Wichtig für den Auswilderungsort: naturnah, ohne Gift und Mähroboter, und nicht an einer stark befahrenen Straße. Freunde, Bekannte und Verwandte boten perfekte Gärten - und so startete jedes Igelchen in ein neues Leben. Diese Erfahrung hat mir wieder gezeigt, wie wichtig unsere Hilfe für diese kleinen Wildtiere ist. Mit etwas Engagement, Zeit und Herzblut kann jeder dazu beitragen, dass Igel eine Chance haben. Mein Wunsch: Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte sich nicht scheuen, Rat bei einem Igelverein oder einer Wildtierstation zu suchen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Einsatz und acht kleine Stachelritter finden den Weg zurück in die Freiheit.